US-Kampfflugzeuge gen Nahost

Eine ganze Reihe von Verlegungen von Kampfflugzeugen Richtung Naher Osten und keine offiziellen Erklärungen dazu:

  • September 2012: AC-130U, MC-130H und HC-130N und P werden aus den USA in den Mittelmeerraum verlegt.

Inzwischen ist auch Stratfor wachgeworden, wie üblich ein bißchen später …

Ansturm auf US-Dollar in Iran

Der Rial, die offizielle Währung des Iran, hat in den vergangenen Wochen drastisch an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. War der Abstieg des Rial bislang ein steiler Sinkflug, so entwickelt er sich jetzt zum Absturz.

Im September 2011 handelte der Rial noch mit 12.000 für einen US-Dollar. Am Freitag vergangener Woche stand der Kurs bei 27.200 zu eins. Über das letzte Wochenende hat sich die Lage noch einmal verschärft: Am Sonntag sackte der Rial auf 29.350 zu eins gegenüber dem US-Dollar und verlor von Sonntag auf den heutigen Montag noch einmal 16 Prozent an Wert mit einem Wechselkurs von 35.000 zu eins, so berichtet das Blog Uskowi on Iran.

Den Wechselstuben scheinen inzwischen die Dollars auszugehen, viele haben begonnen, früher zu schließen als üblich, Menschen sammeln sich auf der Manoochehri Road und dem Istanbul-Platz. Die Preise für Nahrungsmittel, Konsumartikel und Rohstoffe steigen inzwischen täglich.

Update: Am Dienstag, den 2. Oktober, wechselte ein US-Dollar für 45.000 Rial! Seit Jahresbeginn hat die Währung damit fast vier Fünftel ihres Wertes verloren. Die Inflation gibt die Regierung mit 25 Prozent an. Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad macht natürlich den Westen für die Wirtschafts- und Währungskrise verantwortlich.

 

Update 2: Wegen des Währungsverfalls ist es im Iran erstmals zu Ausschreitungen gekommen, berichtet die Tagesschau.

Heißer Herbst in Sicht?

Auch wenn die USA und Israel beteuern, alles, was derzeit an Militärbewegungen geschehe, sei Routine, seit langem geplant oder richte sich nicht gegen Iran, geschehen derzeit immer mehr Dinge, die Routine, seit langem geplant oder nicht gegen den Iran gerichtet sind.

Eines davon ist die Übung „Austere Challenge 12“, die Ende Oktober stattfinden soll.  Die us-amerikanisch-israelische Raketen-Abwehr-Übung ist im geplanten Umfang die größte ihrer Art. Ende Februar dieses Jahres verschoben, wurde der Umfang zwar heruntergesetzt, ist aber immer noch erheblich. Statt der geplanten 5000 Mann wollen die USA nur noch 1500 entsenden. Bei der Hardware wurden aber scheinbar keine Abstriche gemacht, nach wie vor wollen die USA eine THAAD-Batterie (Theater High Altitude Area Defense) entsenden, eine ungenannte Anzahl von Patriot PAC-3-Systemen und Aegis-Schiffe zur Raketenabwehr.  Israel steuert ein Forward based X-Band Radar, zahlreiche Patriot PAC-3-Batterien, Arrows-Batterien und sein Iron Dome-System bei.

Signifikant gestiegen ist die Zahl der eingesetzten Aegis-Zerstörer, die in der Lage sind, ballistische Raketen abzuwehren Derzeit befinden sich VIER Aegis-Zerstörer mit BMD-(Ballistic Missile Defense)-Capability (DDG-58 USS LaboonDDG-67 USS Cole, DDG-74 USS McFaulDDG-79 USS Oscar Austin) im Mittelmeer. Wie viele davon an der Übung teilnehmen werden, ist unklar. Klar ist nur, dass noch niemals zuvor so viele BMD-Schiffe im Mittelmeer kreuzten.
Im Persischen Golf befinden sich derzeit mindestens drei weitere US-amerikanische Aegis-BMD-Zerstörer (DDG-65 USS Benfold, DDG-73 USS Decatur, DDG-77 USS O’Kane) sowie das Missile Range Instrumentation Ship USNS Invincible . Insgesamt lässt sich sagen, dass der gesamte Nahe Osten derzeit von einem Aegis-BMD-Schirm überspannt wird, wie es ihn dort noch nie gegeben hat. Alles Routine?

Doch auch zu Lande bauen die USA vor, routinemäßig, versteht sich. Eine THAAD-Batterie wird nach Katar verlegt, eine weitere soll in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf der Airbase Al Dhafra entstehen und Al-Udeid wimmelt vor Patriot PAC-3-Batterien.

Fazit: Für einen Heißen Herbst – den Generalangriff  auf das iranische Atomprogramm – steht die nötige Hardware zur Abwehr eines iranischen Vergeltungsschlages mit Raketen bereit.