Nordkorea bereitet weiteren Atomtest vor

Punggye-ri

Nach einer Meldung des Blogs 38 North fährt Nordkorea mit den Vorbereitungen für einen weiteren (den dritten bzw. zweiten) Atomtest fort. Aktivitäten am südlichen Tunnelausgang des Atomtestgeländes von Punggye-ri lassen nach Ansicht von Fachleuten diesen Schluss zu.

Hintergrund

Nordkoreas erster Atomwaffentest am 9. Oktober 2006 war eine Pleite. Der Sprengsatz generierte nach internationalen Schätzungen eine halbe Kilotonne an Sprengleistung und gilt als so genannter „Fizzle“, eine nukleare Verpuffung. Offenbar gelang die Einschließung des mutmaßlichen Plutoniumsprengsatzes nicht oder nur unzureichend. Fehlerquellen gibt es viele: falsch konstruierte Sprenglinsen, Verunreinigungen im Plutonium, schlechte Verarbeitung des Plutonium-Pits, Nichtfunktionieren oder Felfunktion des Neutronen-Initiators etc. Dass es sich um eine Nuklearsprengladung handelte, konnte Tage und Wochen später durch Luftproben nachgewiesen werden, die für Kernspaltungen typische radioaktive Edelgase in der Abwindzone des Testgeländes enthielten.

Der zweite Test am 25. Mai 2009 ist bis heute umstritten. Nach russischen Angaben betrug die Sprengleistung 20 Kilotonnen, nach Messungen der USA und des CTBT (die genaueren) hingegen nur 3,5 Kilotonnen oder weniger. Ob es sich um eine Kernsprengladung handelte, konnte bis heute nicht verifiziert werden. Typische Spaltprodukte und Edelgase konnten nicht gemessen werden. Fachleute wie der Abrüstungsexperte Geoffrey Forden zweifeln deshalb, dass es sich um einen Kernwaffentest handelts. Im Arms Control Wonk hat er dargelegt, warum.

Der dritte Kernwaffentest Nordkoreas dürfte nun von besonderem Interesse sein. Fachleute vermuten, dass Pjöngjang mit dem ersten Design, einem Plutonium-Implosionssprengsatz, grundsätzlich Schiffbruch erlitten hat und weitere Versuche in dieser Richtung eingestellt hat. Darauf deutet auch die Stillegung des Plutoniumreaktors in Yongbyon hin. Vermutlich versucht Nordkorea nun eine wesentlich einfachere Uranbombe nach dem Kanonenschussprinzip zu bauen. Dies erklärte auch die Verlagerung der nuklearen Aktivitäten hin zur Urananreicherung in den letzten zwei Jahren.

Patriots in die Türkei (Update)

Stationering-PatriotsA

Wie das US European Command am 4. Januar meldete, sind die ersten Teile des US-amerikanischen Patriots-Beitrags in der Türkei eingetroffen.

U.S. personnel and equipment began arriving at Incirlik Air Base today to support NATO’s Patriot battery deployment to Turkey. Approximately 400 U.S. personnel and equipment from the 3rd Battalion, 2nd Air Defense Artillery (3-2 ADA) based at Fort Sill, Okla., will continue to flow into Turkey over the next several days by U.S. military airlift.  The troops will man two Patriot batteries supporting NATO’s mission there. Additional equipment will be moved by sea, arriving later this month.

Ab dem 8. Januar kommen die Deutschen:

Am 08. Januar verlegen gemeinsam die ersten deutschen und niederländischen Soldaten des Vorkommandos für den Einsatz „Active Fence Turkey“ in die Türkei.
Vom militärischen Teil des Flughafens Eindhoven in den Niederlanden verabschiedet der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz, die ersten rund zwei Dutzend deutschen Soldaten des Vorkommandos in den Einsatz.
Ebenfalls am 08. Januar beginnt parallel der Transport der deutschen Waffensysteme und des Materials vom Hafen Travemünde auf dem Seeweg in die Türkei. Die Verlegung des deutschen Hauptkontingents mit insgesamt bis zu 350 Soldatinnen und Soldaten ist für die 3. Kalenderwoche geplant.
Den Luftwaffenanteil des deutschen „Einsatzmoduls PATRIOT“ stellen hauptsächlich Soldatinnen und Soldaten der Flugabwehrraketengruppen 21 (Sanitz) und 24 (Bad Sülze) in Mecklenburg-Vorpommern.
Zum „Einsatzmodul PATRIOT“ zählen zwei Feuereinheiten sowie ein Führungs- und Versorgungselement. Truppenteile aus den Bereichen Logistik, Sanität, Feldjäger sowie weiterem Unterstützungspersonal komplettieren das Modul.

Und am 7. Januar schiffen laut Pressemeldung die Holländer ein.

Für die Stationierung ergibt sich folgendes Bild: Die US-Amerikaner gehen bei Gaziantep in Stellung, die Niederländer bei Adana(Incirlik und die Deutschen bei Kahramanmaras.

DAS ist Hardware …

Fünf Flugzeugträger in Norfolk

Fünf Flugzeugträger in Norfolk (Quelle: US-Navy)

Es wird lange dauern – wenn es denn überhaupt je dazu kommt – bevor es einen vergleichbaren Anblick in einem chinesischen Kriegshafen zu bewundern gibt.  Die Aufnahme vom 20. Dezember zeigt – von vorne nach hinten – die USS  Dwight D. Eisenhower (CVN 69), USS George H.W. Bush (CVN 77), USS Enterprise (CVN 65), USS Harry S. Truman (CVN 75), und die USS Abraham Lincoln (CVN 72).

Hinzu kommen vier große amphibische Landungsschiffe: die USS Bataan (LHD-5),  USS Wasp (LHD-1), USS Kearsarge (LHD-3) und die USS Iwo Jima (LHD-7) sowie zwei amphibische Transport Docks der San-Antonio-Klasse, neun Aegis-Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse und zwei Aegis-Kreuzer vom Typ Ticonderoga.  Allein dieses Flottenaufgebot reichte den USA, um mühelos die gesamte chinesische Marine zu versenken.

KKW Buschehr bald wieder am Netz

Das im Oktober vorübergehend stillgelegte Kernkraftwerk Buschehr wird bald wieder ans Netz gehen. Dies hat der Direktor der Atomenergieorganistaion von Iran, Fereydoon Abbasi, mitgeteilt. Das KKW war im Oktober stillgelegt worden, weil im Reaktordruckgefäß Bolzen und Schweißrückstände entdeckt worden waren, die, so Abbasi, zu „abnormalen Werten“ geführt hätten. Um die Baureste zu entfernen, mussten auch die Brennstäbe entnommen werden.

Dazu stellen sich zwei Fragen: 1. Wie lange waren die Brennstäbe bereits im Reaktor und welche Menge an Plutonium239 enthalten sie? 2. Werden alle entnommenen Brennstäbe wieder eingesetzt oder werden auch neue, bislang unbestrahlte Brennelemente, eingesetzt?

Hintergrund: Wenn die entnommenen Brennstäbe nicht zu lange bestrahlt wurden, könnte der Anteil an 239Pu hoch genug und die Verunreinigung mit 240Pu gering genug sein, um aus den Brennstäben bombenfähiges Plutonium mit einer Reinheit von 93 Prozent 239Pu oder besser, so genanntes „supergrade Plutonium“ zu gewinnen.

Präsident von Mullahs Gnaden

Gegen die neuen Bestimmungen zur Präsidentschaftswahl im Iran protestiert nun sogar der amtierende Staatspräsident Ahmadinedschad. Die vom Majlis, dem iranischen Parlament, verabschiedeten neuen Regeln schreiben vor, dass ein Präsidentschaftskandidat Erfahrung in einem Ministeramt haben muss und zudem von wenigstens 300 „politischen und religiösen (Führungs-)Persönlichkeiten“ unterstützt werden muss. Erst dann kann der oberste Wächterrat über die Zulassung als Präsidentschaftskandidat entscheiden.

Die neuen Bestimmungen zielen offenbar darauf, Ahmadinedschads Favorit für das Präsidentenamt, Esfandiar Rahim Mashaie, zu blockieren. Irans Staatspräsident, sonst nicht zimperlich, was die Verfassung des Landes angeht, bezeichnete die Regelungen denn auch als „verfassungswidrig“. Die neuen Bestimmungen liefen darauf hinaus, dass ein Präsident gar nicht mehr vom Volk gewählt werden könne, sondern bestimmt werde.

Iran bestätigt Waffenhilfe für Hamas

Iran hat erstmals öffentlich zugegeben, die palästinensische Terrororganisation Hamas mit Waffen zu versorgen. Allerdings bestreitet Teheran, die Fajr-5-Raketen geliefert zu haben, mit denen die Hamas Israel angegriffen hat. Man habe die Technologie an die Hamas geliefert, die diese Raketen nun selbst herstelle, erklärte der Oberkommandierende der Revolutionären Garden, General Mohammad Ali Jafari der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Dies berichtet das Blog „The Great Day of Annihilation“ unter Verweis auf Russia Today.

Wie weit diese Behauptung der Wahrheit entspricht, lässt sich nicht feststellen. Die Fajr-5 ist im internationalen Vergleich zwar ein anspruchsloses Raketenmodell, aber definitiv nichts, was sich in Hinterhofwerkstätten im gazastreifen in handarbeit herstellen ließe.

Neue Raketenlieferung für Hamas?

Der russische Fernsehsender Russia Today hat unter Berufung auf die israelische Seite DEBKAfiles gemeldet, ein iranischer Frachter mit 50 zerlegten Fajr-5-Raketen sei auf dem Weg nach Gaza. Der – eher kleine – 150-Tonnen-Frachter sei am Sonntag, den 18. November aus Bandar Abbas aufgebrochen. Das Schiff, so DEBKA, sei die „Vali-e Asr“ der staatlichen iranischen Reederei. Es habe jedoch bald nach Verlassen des Hafen seinen Namen auf  „Cargo Star“ mit Heimathafen Tuvalu geändert (ein Check bei Marinetraffic verlief jedoch ergebnislos). Das Schiff soll im Meer vor Port Sudan von vier Booten erwartet werden, auf die die Fracht umgeladen werden soll. Von dort sollen die Raketenteile entweder im Sudan eingelagert oder über ägyptische Schmuggelboote weiter in den Sinai gebracht und dort über die „Tunnel-Grenze“ in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Vorsicht ist jedoch bei der Quelle dieser Informationen angebracht: DEBKAfiles gilt als PR-Postille des Mossad.

Iron Dome Produzent macht Überstunden

Der israelische Hersteller des Raketenabwehrsystems Iron Dome, Rafael Defence Works, arbeitet jetzt in 24-Stunden-Schichten. Wie Unternehmenssprecher im Internet-Dienst Defence News mitteilten, werde jetzt im Dreischichtsystem auch am Wochenende gearbeitet, um dem Bedarf nach weiteren Iron-Dome-Einheiten nachzukommen. Am vergangenen Wochenende wurde eine fünfte Batterie bei Tel Aviv aufgestellt. Mit Hochdruck wird nun an der so genannten „Block 2“-Verbesserung dieser Batterie gearbeitet.  Damit soll vor allem die Fähigkeit von Iron Dome verbessert werden, auf ganze Raketensalven zu reagieren. Möglich gemacht hat diesen Rush offenbar eine Zahlung von 205 Millionen US-Dollar aus Washington.

Bodenoffensive 2.0

Den israelischen Luftangriffen auf Raketenstellungen und Depots der Hamas im Gazastreifen wird bald eine Bodenoffensive folgen, sind sich Experten sicher. Nach fünf Tagen Bombardement dürfte sie unmittelbar bevorstehen. Fachleute des Strategie-Portals „Stratfor“ haben in ihrer Analyse „Considering an Israeli Ground Assault in Gaza“ die israelische Bodenoffensive von 2008/2009 unter die Lupe genommen und potenzielle Brennpunkte für eine Neuauflage aufgezeigt.

Im Rahmen der „Operation Gegossenes Blei“ hatte Israel im Dezember 2008 mit Luftangriffen auf den Gazastreifen begonnen, um Raketenstellungen und Depots der Hamas zu zerstören. Nach sieben Tagen Bombardement gingen die israelischen Streitkräfte dann zu einer Bodenoperation über, um mit Panzern, Infanterie, Artillerie und Kampfhubschraubern Hamas-Fabrikationsstätten und Tunnel zu zerstören. Zuvor hatte sie der Hamas ein 48-stündiges Ultimatum gestellt, aber bereits nach 24 Stunden angegriffen, was die Hamas völlig überraschte.

Operation „Gegossenes Blei“ 2008/2009

Die Operation Gegossenes Blei bestand aus zwei Teilen: Einer ersten, sieben Tage dauernden Phase von Luftschlägen, die Ende Dezember 2008 begannen und einer zweiten Phase von Bodenoperationen, die ab Anfang Januar 2009 rund drei Wochen dauerte. Während der Luftangriffe zog Israel mehr als 20.000 Soldaten mit Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie in Bereitstellungsräumen am Gazastreifen zusammen.

Diese Truppen stießen dann in zwei Keilen in den Gazastreifen vor und teilten ihn in zwei Hälften. Die südliche Kampfgruppe übernahm die Aufgabe, den wichtigen Highway 4 nahe Rafah zu blockieren und Gaza-Stadt vom Nachschub aus dem Süden abzuschneiden. Mit Luftschlägen und Seebeschuss belegten israelische Streikräfte die „Philadelphi Route“ an der Grenze zwischen Gaza und Ägypten. Die nördliche Kampfgruppe stieß nördlich und südlich von Gaza-Stadt vor und trennte die Stadt damit vom Rest des Landes. Nachrückende Truppen übernahmen dann die Zerstörung aller militärischen Einrichtungen der Hamas. Dabei vermied es die israelische Armee, in die jeweiligen Stadtzentren vorzustoßen.

Operation 2012

Auch eine Neuauflage dürfte wesentliche Elemente der „Operation Gegossenes Blei“ übernehmen, da diese als großer Erfolg gilt und ähnliche Ziele hatte. Es gibt allerdings zwei wesentliche Unterschiede. 2009 hatte die ägyptische Armee die südliche Grenze des Gazastreifens bei Rafah mit eigenen Truppen geschlossen. Dieses Mal ist damit nicht zu rechnen. Tatsächlich hat Ägypten sogar angekündigt, die Grenze offen zu halten. Für die Isarelis bedeutete dies, dass sie eventuell die südliche Grenze zu Ägypten mit Truppen selbst verschließen müssen, was mehr Bodentruppen erforderte. Und es bedeutete auch, dass israelische Truppen bis auf wenige hundert Meter an ägyptische Kampfverbände heranrückten.

Israelische Armee mobilisiert
Israel hat lauf Presseberichten rund 16.000 Reservisten einberufen, insgesamt, so wird kolportiert, sollen sogar bis zu 75.000 einberufen werden. Dies lässt auch Rückschlüsse auf den Umfang der vermuteten Bodenoffensive zu, die weit größer ausfallen dürfte als 2009. Bei der Bodenoperation im Januar 2009 waren deutlich weniger, nämlich nur rund 6.500 Reservisten einberufen worden.

Der zweite Unterschied ist die Größe des abzuschneidenden Gebietes im Norden um Gaza-Stadt. Wegen der größeren Reichweite der von der Hamas gegen Tel Aviv eingesetzten iranischen Fajr-5-Raketen müsste eine Abriegelung Gazas viel weiter südlich erfolgen. Schätzungen zufolge müssten sämtliche Fajr-Feuerstellungen bis südlich der Stadt Nuseirat bekämpft werden. Das Operationsgebiet für die israelischen Streitkräfte wäre damit mehr als doppelt so groß und erforderte naturgemäß den Einsatz von mehr Soldaten als beim letzten Mal.

Neue Taktik, neue Überraschung

Bei der Operation 2009 schufen sich die israelischen Streitkräfte unterstützt von umfangreichen Pionierverbänden eigene Zugänge zum Gazastreifen abseits der üblichen Übergänge. Der Grund dafür war, genau jene Routen zu vermeiden, auf denen die Hamas die israelische Armee erwartet hatte und die sie deshalb mit Minen und Sprengfallen gepflastert hatte. Auch bei einem erneuten Vorstoß in den Gazastreifen dürfte die israelische Armee diese Taktik verwenden. Nur die Antwort der Hamas ist ungewiß: Die Fehler, die sie beim letzten Mal gemacht hat, dürfte sie dieses Mal nicht mehr begehen.

Entscheidend für den israelischen Vorstoß war 2009 neben einer Unterstützung durch punktgenaue Artillerie vor allem die Luftnahunterstützung durch Kampfhubschrauber und Kampfjets, die ständig über Gaza präsent waren um sofort eingreifen zu können. Bislang unbestätigte Berichte sprechen jedoch davon, dass die Hamas inzwischen im Besitz von schultergestützten Luftabwehrraketen ist. Dies bedeutete eine deutliche Einschränkung von Luftunterstützung beim Vorstoß mit Panzerfahrzeugen und Infanterie für die Israelis. Eine geeignete Antwort auf diese Bedrohung wäre auch hier der Einsatz stärkerer Bodenkräfte als 2009.

Die Fajr: Ein Gruß aus Teheran

Israel hat bei Angriffen im Gazastreifen mehrere Depots der Hamas für iranische Raketen zerstört. Die offenbar erst kürzlich von der Hamas erworbenen Raketen vom Typ Fajr-5 haben die Terrororganisation erstmals seit Beginn des Krieges in die Lage versetzt, die israelische Hauptstadt Tel Aviv direkt treffen zu können.

Ein von der Israelischen Armee am Tag der ersten Angriffe auf Youtube verbreitetes Video soll Hamas-Mitglieder dabei zeigen, wie sie eine iranische Fajr-5-Rakete von einem Lastwagen in eine unterirdische Feuerstellung verladen. Die 1000 Kilogramm schwere und sechseinhalb Meter lange Rakete kann einen 90 Kilogramm schweren Sprengkopf 75 Kilometer weit befördern.

Der Besitz der Fajr-5 bedeutet für die Hamas eine gänzlich neue Qualität im Kampf gegen Israel. Zwar besitzt auch die im Libanon operierende Hisbollah Raketen dieses Typs, sie war aber bislang aufgrund der Entfernung zu Tel Aviv nicht in der Lage, mit diesen Raketen die israelische Hauptstadt zu treffen. Vom Gazastreifen hingegen wäre dies möglich. Statt der vergleichsweise dünn besiedelten israelischen Gebiete um den Gazastreifen wäre damit der Großraum Tel Aviv bedroht gewesen, ein Ballungsgebiet mit mehr als 3,2 Millionen Einwohnern.

Fajr-5 Made in Sudan

Behauptungen der Hamas, sie stelle die Fajr-5 selbst her, sind wenig glaubhaft. Die Rakete ist zwar ein eher einfaches Design aus chinesischer Produktion in den 1990er Jahren, dennoch ist sie für die technischen Fähigkeiten der Hamas bei weitem zu anspruchsvoll. Viel wahrscheinlicher ist, dass Iran die Produktion der Raketen für Exportzwecke ausgelagert hatte und zwar nach Sudan. Dort war im Oktober bei Khartoum der Fabrikkomplex Jarmuk von unbekannten Kampfflugzeugen bombardiert worden und eindrucksvoll explodiert. Die sudanische Regioerung hatte Isarel beschuldigt, aber keine Angaben über die Art der in der Fabrik produzierten Waffen gemacht. Die Sudan-Connection besteht offenbar schon länger: 2009 hatte israelische Kampflugzeuge einen Konvoi von 17 LKW mit Waffen aus Sudan Richtung Gazastreifen bombardiert, 2011 griffen israelische Kampfjets einen Einkäufer der Hamas bei Port Sudan an und töteten ihn.