Keine Dollar in Teheran

Sämtliche Wechselstuben in Teheran haben den Verkauf von US-Dollar eingestellt, berichtet das Blog Uskowi on Iran. Auf Druck der Regierung sollte der Wechselkurs des iranischen Rial zum US-Dollar auf 28.000 zu eins festgeschrieben werden, was allerdings deutlich über der letzten freien Notierung von 35.000 zu eins liegt.

Speak softly, and carry a big stick

Wenig beachtet von den Medien lassen die USA im Südchinesischen Meer die Muskeln spielen: Zwei Flugzeugträgergruppen und eine amphibische Landungsgruppe sind im Streit um die Senkaku-Inseln zwischen Japan und China aufgefahren. Die Kampfgruppe um den Flugzeugträger George Washington ist nach Angaben der US-Marine seit Sonntag im Ostchinesischen Meer ganz in der Nähe der umstrittenen Inseln. Die Kampfgruppe des Flugzeugträgers Stennis ist qusi nebenan im Südchinesischen Meer und die aus drei Schiffen und 2200 Mann Marineinfanterie bestehende amphibische Landungsgruppe um die USS Bonhomme Richard kreuzt in der Philppinen-See, ebenfalls nebenan.
Die Projektion maritimer Macht wird zwar von den USA nicht kommentiert, der Adressat ist jedoch klar: Wieder einmal zeigt Washington damit Peking, wer wirklich die Hosen anhat, wenn es um die Kontrolle des Pazifiks geht. Natürlich könnte diese Machdemonstration auch Japan gelten oder auch rein zufällig sein.

E la nave va

Der Aufmarsch der US-Flotte geht weiter: Am 26. September haben die beiden Zerstörer DDG-99 USS Farragut und die DDG-109 USS Jason Dunham den Suez-Kanal Richtung Süden passiert. Dunham und Farragut waren ursprünglich für ein Deployment mit der 6. Flotte (Mittelmeer) ausgelaufen. Mit der Durchquerung des Suez-Kanals wechseln sie in den Zuständigkeitsbereich der 5. Flotte (Indischer Ozean, Persischer Golf). Gründe werden keine angegeben.

Iraner am Südpol

Ja, es gibt nicht nur Schweine im Weltall, sondern auch Iraner am Südpol. Da jedenfalls will die iranische Marine hin. „Wir können die Flagge Irans in den verschiedensten Regionen, vom Nordpol bis zum Südpol, hissen und wir bereiten Pläne für eine Präsenz nahe dem Südpol vor“, erklärte der iranische Marinekommandeur Konteradmiral Habibollah Sayyari am Freitag vergangener Woche. Es sei das Recht Irans, in allen internationalen Gewässern Flagge zu zeigen.

Nun scheint Geographie nicht unbedingt die Stärke des Admirals zu sein. Da der Südpol auf einer riesigen Landmasse liegt und selbst unter günstigsten Umständen deutlich weiter als 1000 Kilometer vom nächsten offenen Wasser entfernt ist, dürfte es der iranischen Marine schwer fallen, ihm nahe zu kommen, es sei denn, eine Distanz von 1000 Kilometern entspricht der iranischen Auffassung von „Nähe“.

Wie dem auch sei, wir wünschen der iranischen Marine gute Heizungen an Bord ihrer Schiffe, deren größtes eine Korvette – genannt Zerstörer – ist. Und nehmt warme Unterhosen mit, Jungs …

Tod aus der Luft

Die USA bereiten offenbar eine Aktion gegen die Hintermänner der Botschaftsmorde von Tripolis vor. In den letzten zwei Wochen wurden  ein Dutzend Spezialflugzeuge vom Typ HC-130N, MC-130H und so genannte „Gunships“ vom Typ AC-130U „Spooky“ in den Mittelmeerraum verlegt. Ziel war offenbar der Militärflugplatz Souda Bay auf Kreta, zumindest für die Maschinen des Typs AC-130U und die zugehörigen Tanker vom Typ KC-135.

Die Flugzeuge sind so genannte „Special Operations“-Flugzeuge, Die MC-130H wird von Sondereinsatzkräften zur Infiltration und Exfiltration bei Operationen hinter feindlichen Linien benutzt, die HC-130N dient der Rettung von Soldaten in Kriegsgebieten (Combat Search and Rescue CSAR) und die AC-130U ist eine fliegende Artiellerieplattform. Auszug aus Wikipedia: „Als hochmodernes „Gunship“ wurde in den 1990er-Jahren die AC-130U Spooky II gebaut. Sie ist mit dem Radar der F-15E, einem 25-mm-Gatling-Geschütz, dem 40-mm-Bofors-Geschütz und einer 105-mm-Haubitze ausgerüstet. Die hochentwickelte Elektronik erlaubt es, selbst fahrende Ziele exakt zu treffen. Diese Version kam unter anderem während der Operation Enduring Freedom in Afghanistan zur Luftnahunterstützung von Spezialeinheiten zum Einsatz. Im Januar 2007 erfolgte mit solch einer Maschine ein Angriff auf vermutliche Terroristen in dem südsomalischen Dorf Badel, dem zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. Auch bei den Luftangriffen auf die Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 kamen die Schlachtflugzeuge zum Einsatz.“
Als Ziel gelten die mutmaßlichen Verstecke islamistischer Terroristen der Al Kaida im Maghreb (AQM) in Ost-Libyen und dem nördlichen Mali. Auch Frankreich hat nach Berichten des Figaro bereits 100 Mann Spezialkräfte in die Region entsandt und will diese noch verstärken. Überwachungsflugzeuge sollen nach Niger verlegt worden sein.

Iran auf Kollisionskurs

Der Iran plant nach Berichten  noch vor Ende des Jahres nach iranischem Kalender großangelegte Militärmanöver zur See und in der Luft. Dies hat nach Angaben des iranischen Nachrichtensenders PressTV der Kommandeur des iranischen Heeres, Brigadegeneral Ahmad-Reza Pourdastan, verlauten lassen.

Auch Streitkräfte der Revolutionären Garden sollen danach an mehreren Manövern beteiligt sein, die „höchstwahrscheinlich“ im Südosten, im Zentraliran und entlang der westlichen Landesgrenze stattfinden sollen. Weitere Manöver seien geplant.

Das iranische Jahr endet im März 2013. Auch dann werden unter Extrapolation der bisherigen Stationierungsintervalle zwei US-Trägergruppen am, im oder vor dem Golf schwimmen. Eine hochexplosive Situation, unter Umständen.

Ein schmaler Grat

Frieden, Wohlstand und Sicherheit, die für uns selbstverständlich sind, bleiben in vielen Teilen der Welt ein ferner Traum. Krieg, religiöser Hass und Hunger sind die tägliche Realität für viele Menschen. In einer wirtschaftlich längst globalisierten Welt sind auch die Konflikte untereinander verwoben und haben Auswirkungen weit über die geographischen Kampfzonen hinaus.

Diese Konflikte zu erkennen, sie zu umreißen, ihren Verlauf, ihre Ursachen und Folgen zu beschreiben, soll die Aufgabe dieses Blogs sein. Informationen darüber zu sammeln, sie aufzubereiten, zu verifizieren und zu erklären kann nicht von einem Einzelnen geleistet werden. Interessierte sind deshalb eingeladen, dieses Experiment kritisch zu begleiten und durch eigene publizistische Beiträge oder auch nur durch Hinweise und Links zu ergänzen