Falscher Alarm

Alarmstimmung im Internet, was die Mobilisierung der US-Flotte angeht? Falscher Alarm trifft es eher. Behauptungen, die USS Harry S. Truman (CVN-75) mache sich zum Einsatz bereit, sind Blödsinn. Die Truman kreuzt im Atlantik ohne Air Wing und bringt gerade die „Tailored Ship’s Training Availability“ (TSTA I) hinter sich. Das ist die Startphase eines Workups bis zur Einsatzbereitschaft, der mindestens sechs Monate dauert.  Kein Einsatz vor April 2013!

Auch bei den amphibischen Trägern Fehlanzeige. Die Iwo Jima (LHD-6) Amphibious Ready Group (ARG) schwimmt derzeit entweder im Golf von Aden oder in der Arabischen See, die Peleliu (LHA-5) ARG ist als Ablösung seit dem 17. September unterwegs, braucht aber mindestens noch zwei bis drei Wochen bis in den Bereich der 5. US-Flotte. Die Bonhomme Richard ARG ist forward deployed und bleibt ausschließlich im Bereich der 7. US-Flotte. Verließe sie ihn, so wäre das wirklich ein Alarmzeichen. Die Boxer (LHD-4) ARG befindet sich zwar im Pazifik, ist jedoch nach einer sechsmonatigen Werft-Pause noch im Workup und fällt noch für Monate aus. Die mehrfach als Einsatzkandidat kolportierte Wasp (LHD-1) ARG war zwar im Atlantik, ist aber nach Norfolk zurückgekehrt und wird auf keinen Fall in den Einsatz gehen: Ihr Advanced Combat Direction System (ACDS) ist technisch überholt. Ein Upgrade auf das Ship Self Defense Support System (SSDS) erfolgte nie, weshalb das Schiff seit 2004 keinen Einsatz mehr gesehen hat und als Erprobungsschiff für den Kipprotorflügler MV-22 Osprey diente. Erst 2014 soll die Modernisierung der Wasp abgeschlossen sein.

Iraner am Südpol

Ja, es gibt nicht nur Schweine im Weltall, sondern auch Iraner am Südpol. Da jedenfalls will die iranische Marine hin. „Wir können die Flagge Irans in den verschiedensten Regionen, vom Nordpol bis zum Südpol, hissen und wir bereiten Pläne für eine Präsenz nahe dem Südpol vor“, erklärte der iranische Marinekommandeur Konteradmiral Habibollah Sayyari am Freitag vergangener Woche. Es sei das Recht Irans, in allen internationalen Gewässern Flagge zu zeigen.

Nun scheint Geographie nicht unbedingt die Stärke des Admirals zu sein. Da der Südpol auf einer riesigen Landmasse liegt und selbst unter günstigsten Umständen deutlich weiter als 1000 Kilometer vom nächsten offenen Wasser entfernt ist, dürfte es der iranischen Marine schwer fallen, ihm nahe zu kommen, es sei denn, eine Distanz von 1000 Kilometern entspricht der iranischen Auffassung von „Nähe“.

Wie dem auch sei, wir wünschen der iranischen Marine gute Heizungen an Bord ihrer Schiffe, deren größtes eine Korvette – genannt Zerstörer – ist. Und nehmt warme Unterhosen mit, Jungs …

Tod aus der Luft

Die USA bereiten offenbar eine Aktion gegen die Hintermänner der Botschaftsmorde von Tripolis vor. In den letzten zwei Wochen wurden  ein Dutzend Spezialflugzeuge vom Typ HC-130N, MC-130H und so genannte „Gunships“ vom Typ AC-130U „Spooky“ in den Mittelmeerraum verlegt. Ziel war offenbar der Militärflugplatz Souda Bay auf Kreta, zumindest für die Maschinen des Typs AC-130U und die zugehörigen Tanker vom Typ KC-135.

Die Flugzeuge sind so genannte „Special Operations“-Flugzeuge, Die MC-130H wird von Sondereinsatzkräften zur Infiltration und Exfiltration bei Operationen hinter feindlichen Linien benutzt, die HC-130N dient der Rettung von Soldaten in Kriegsgebieten (Combat Search and Rescue CSAR) und die AC-130U ist eine fliegende Artiellerieplattform. Auszug aus Wikipedia: „Als hochmodernes „Gunship“ wurde in den 1990er-Jahren die AC-130U Spooky II gebaut. Sie ist mit dem Radar der F-15E, einem 25-mm-Gatling-Geschütz, dem 40-mm-Bofors-Geschütz und einer 105-mm-Haubitze ausgerüstet. Die hochentwickelte Elektronik erlaubt es, selbst fahrende Ziele exakt zu treffen. Diese Version kam unter anderem während der Operation Enduring Freedom in Afghanistan zur Luftnahunterstützung von Spezialeinheiten zum Einsatz. Im Januar 2007 erfolgte mit solch einer Maschine ein Angriff auf vermutliche Terroristen in dem südsomalischen Dorf Badel, dem zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. Auch bei den Luftangriffen auf die Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi 2011 kamen die Schlachtflugzeuge zum Einsatz.“
Als Ziel gelten die mutmaßlichen Verstecke islamistischer Terroristen der Al Kaida im Maghreb (AQM) in Ost-Libyen und dem nördlichen Mali. Auch Frankreich hat nach Berichten des Figaro bereits 100 Mann Spezialkräfte in die Region entsandt und will diese noch verstärken. Überwachungsflugzeuge sollen nach Niger verlegt worden sein.