Groß-Manöver der iranischen Luftwaffe

Irans Luftwaffe hat am Montag mit der nach offizieller Darstellung größten Übung ihrer Geschichte begonnen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Beteiligt seien daran rund 8000 Soldaten, Bomber, Kampfflugzeuge und Raketeneinheiten. Das Manöver soll sich auf mehr als die Hälfte des iranischen Staatsgebietes erstrecken. Ziel der siebentägigen Übung ist ein Test der Luftabwehrkapazität der iranischen Luftwaffe berichtet Uskowi on Iran.

Deutsche Patriot-Raketen in die Türkei?

Gestern berichtete „Rheinhesse“:

Die NATO bereitet offenbar Größeres vor. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte heute gegenüber türkischen Medien, die NATO stationiere PATRIOT-Systeme in seinem Land. Da niemand mit Patriots auf vereinzelte syrische Artilleriegranaten schießen wird (was eine ganz neue Qualität von ‘mit Kanonen auf Spatzen schießen’ wäre), geht es offensichtlich doch darum, die Türkei für den Fall eines Luftschlages gegen Atomanlagen in Iran flugabwehrtechnisch zu ertüchtigen. Israel ist ja schon entsprechend versorgt. Kein Wunder – die US-Wahl ist ja seit ein paar Stunden entschieden …

Dazu ein Update: Auch mit Deutschland wird vermutlich über die Entsendung von Patriot-Systemen gesprochen. Innerhalb der NATO betreiben nur die USA, Deutschland, die Niederlande und Griechenland Patriot-Systeme. Da die Griechen vermutlich ausscheiden, die USA schon in Israel, Katar und den VAE recht exponiert sind, dürften Gespräche derzeit nur mit Deutschland und den Niederlanden stattfinden. Dies berichtet Augen geradeaus.

Update 2: Der türkische Staatspräsident Abdullah Gul hat sich jetzt offiziell zum Thema Patriot-Stationierung geäußert, berichtet Reuters:

Speaking to reporters on Thursday, Gul said Turkey had no intention of going to war with Syria but that it wanted to take steps against any possible threat from its southern neighbor.

„When these type of potential dangers are out there, all the necessary precautions are taken. One of these precautions is to take measures to counter ballistic missiles, medium and short-range missiles,“ Gul told reporters.

Auffallend ist, dass Gul nur von einer Bedrohung durch Raketen spricht. Raketen, die Syrien bislang nie gegen die Türkei eingesetzt hat, weder vorsätzlich noch irrtümlich.

Britische Kampfjets an den Golf?

Großbritannien erwägt nach einem Bericht der britischen Zeitung „The Independent“ die Entsendung von Kampfjets vom Typ „Typhoon“ an den Persischen Golf. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, berichtet das Blatt. Premierminister David Cameron diskutiere dies derzeit mit der Regierung der Vereinigten Arabische Emirate (VAE), auf deren Luftwaffenbasis Al-Dhafra die Maschinen stioniert würden. das britische Verteidigungsministerium erklärte dazu, bei dem Vorschlag handele es sich um eine routinemäßige Stationierung im Rahmen periodisch stattfindender Übungen. Dies habe nichts mit dem iranischen Atomprogramm zu tun.

Auf der riesigen Luftwaffenbasis Al-Dhafra sind bereits französische Mirage Kampfjets und der 380th Air Expeditionary Wing der US Air Force stationiert. Auf aktuellen Luftaufnahmen sind zahlreiche Tankflugzeuge vom Typ KC-10 und AWACS-Maschinen des Typs E-3 Sentry zu sehen. Al-Dhafra dient auch als Basis für Aufklärungsflüge mit Drohnen des Typs RQ-4 „Global Hawk“ und zweier Spionageflugzeuge vom Typ  U-2, für die Spezialhangars aufgestellt wurden.

Raketen-Abwehrschirm am Golf

Die USA und die mit ihnen verbündeten Anrainerstaaten am Persischen Golf wollen den letzten Schritt zu einem vollständigen Abwehrschirm für iranische Raketen machen: Nach Meldungen der Nachrichtenagentur Reuters wollen die USA dem Emirat Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten das THAAD-Raketenabwehrsystem verkaufen. Der Rüstungsdeal im Wert von 7,6 Milliarden US-Dollar dürfte den Schlussstein für ein regionales Raketenabwehrnetz darstellen.

Die „Terminal High-Altitude Area Defense“ (THAAD) besteht aus mehreren Startern für Raketen und einem phasengesteuerten AN/TPY2-Radar. Die achtfach schallschnellen Raketen eignen sich zur exoatmosphärischen Abwehr anfliegender Kurz- und Mittelstreckenraketen und zerstören ihr Ziel durch den Rammstoß mit einem kinetischen Gefechtskopf. Das THAAD-System ist vernetzt mit dem seegestützten Aegis-Abwehrsystem, dem zur Punktverteidigung bestimmten Patriot-System und ist über Link16 mit sämtlichen Teilen des weltweiten US-amerikanischen Verteidigungsnetzes gegen ballistische Raketen verbunden.

Laut Reuters soll Katar zwei THAAD-Batterien mit zusammen zwölf Startern und 150 Raketen erhalten, die VAE erhalten neun Starter und 48 Raketen. Derzeit ist in Katar, auf der US-amerikanischen Luftwaffenbasis Al-Udeid, bereits eine THAAD-Batterie stationiert. Auf dem Gelände der Luftwaffenbasis Al-Dhafra in den VAE sind die Vorbereitungen zum Aufbau einer weiteren THAAD-Batterie abgeschlossen. Ob dort das von der Regierung der VAE gekaufte System stationiert werden soll oder ob es sich um eine weitere US-Einrichtung handelt, ist unklar.

 

UPDATE und Bestätigung:
Hier das offizielle Papier zur Meldung der Defense Security Cooperation Agency DSCA der USA. Zum Paket gehört auch ein nicht näher spezifiziertes Early Warning Radar (EWR).