Neue Raketenlieferung für Hamas?

Der russische Fernsehsender Russia Today hat unter Berufung auf die israelische Seite DEBKAfiles gemeldet, ein iranischer Frachter mit 50 zerlegten Fajr-5-Raketen sei auf dem Weg nach Gaza. Der – eher kleine – 150-Tonnen-Frachter sei am Sonntag, den 18. November aus Bandar Abbas aufgebrochen. Das Schiff, so DEBKA, sei die „Vali-e Asr“ der staatlichen iranischen Reederei. Es habe jedoch bald nach Verlassen des Hafen seinen Namen auf  „Cargo Star“ mit Heimathafen Tuvalu geändert (ein Check bei Marinetraffic verlief jedoch ergebnislos). Das Schiff soll im Meer vor Port Sudan von vier Booten erwartet werden, auf die die Fracht umgeladen werden soll. Von dort sollen die Raketenteile entweder im Sudan eingelagert oder über ägyptische Schmuggelboote weiter in den Sinai gebracht und dort über die „Tunnel-Grenze“ in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Vorsicht ist jedoch bei der Quelle dieser Informationen angebracht: DEBKAfiles gilt als PR-Postille des Mossad.

Offiziell: Deutsche Patriots in die Türkei

Jetzt ist es offiziell: Deutsche Patriot-Batterien für die Türkei.

Dies hatte sich ja schon vor zwei Wochen angedeutet, als die Nachricht von der Anforderung die Runde machte. Fragt sich nur noch, welchem Zweck sie dienen sollen. Auch bis heute hat Syrien die Türkei weder mit Kampfflugzeugen noch mit ballistischen Raketen angegriffen.
Damit bleibt die Spekulation, dass die Patriots anfliegende iranische Shahab-3 abwehren sollen, falls die USA den Iran angreifen und dieser mit Raketen Vergeltung üben will. Es nährt auch die Spekulation, die Isarelis könnten bei einem eigenen Angriff die Nordroute entlang der syrisch-türkischen Grenze nehmen.

 

 

 

Deutsche Patriot-Raketen in die Türkei?

Gestern berichtete „Rheinhesse“:

Die NATO bereitet offenbar Größeres vor. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte heute gegenüber türkischen Medien, die NATO stationiere PATRIOT-Systeme in seinem Land. Da niemand mit Patriots auf vereinzelte syrische Artilleriegranaten schießen wird (was eine ganz neue Qualität von ‘mit Kanonen auf Spatzen schießen’ wäre), geht es offensichtlich doch darum, die Türkei für den Fall eines Luftschlages gegen Atomanlagen in Iran flugabwehrtechnisch zu ertüchtigen. Israel ist ja schon entsprechend versorgt. Kein Wunder – die US-Wahl ist ja seit ein paar Stunden entschieden …

Dazu ein Update: Auch mit Deutschland wird vermutlich über die Entsendung von Patriot-Systemen gesprochen. Innerhalb der NATO betreiben nur die USA, Deutschland, die Niederlande und Griechenland Patriot-Systeme. Da die Griechen vermutlich ausscheiden, die USA schon in Israel, Katar und den VAE recht exponiert sind, dürften Gespräche derzeit nur mit Deutschland und den Niederlanden stattfinden. Dies berichtet Augen geradeaus.

Update 2: Der türkische Staatspräsident Abdullah Gul hat sich jetzt offiziell zum Thema Patriot-Stationierung geäußert, berichtet Reuters:

Speaking to reporters on Thursday, Gul said Turkey had no intention of going to war with Syria but that it wanted to take steps against any possible threat from its southern neighbor.

„When these type of potential dangers are out there, all the necessary precautions are taken. One of these precautions is to take measures to counter ballistic missiles, medium and short-range missiles,“ Gul told reporters.

Auffallend ist, dass Gul nur von einer Bedrohung durch Raketen spricht. Raketen, die Syrien bislang nie gegen die Türkei eingesetzt hat, weder vorsätzlich noch irrtümlich.

Raketen-Abwehrschirm am Golf

Die USA und die mit ihnen verbündeten Anrainerstaaten am Persischen Golf wollen den letzten Schritt zu einem vollständigen Abwehrschirm für iranische Raketen machen: Nach Meldungen der Nachrichtenagentur Reuters wollen die USA dem Emirat Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten das THAAD-Raketenabwehrsystem verkaufen. Der Rüstungsdeal im Wert von 7,6 Milliarden US-Dollar dürfte den Schlussstein für ein regionales Raketenabwehrnetz darstellen.

Die „Terminal High-Altitude Area Defense“ (THAAD) besteht aus mehreren Startern für Raketen und einem phasengesteuerten AN/TPY2-Radar. Die achtfach schallschnellen Raketen eignen sich zur exoatmosphärischen Abwehr anfliegender Kurz- und Mittelstreckenraketen und zerstören ihr Ziel durch den Rammstoß mit einem kinetischen Gefechtskopf. Das THAAD-System ist vernetzt mit dem seegestützten Aegis-Abwehrsystem, dem zur Punktverteidigung bestimmten Patriot-System und ist über Link16 mit sämtlichen Teilen des weltweiten US-amerikanischen Verteidigungsnetzes gegen ballistische Raketen verbunden.

Laut Reuters soll Katar zwei THAAD-Batterien mit zusammen zwölf Startern und 150 Raketen erhalten, die VAE erhalten neun Starter und 48 Raketen. Derzeit ist in Katar, auf der US-amerikanischen Luftwaffenbasis Al-Udeid, bereits eine THAAD-Batterie stationiert. Auf dem Gelände der Luftwaffenbasis Al-Dhafra in den VAE sind die Vorbereitungen zum Aufbau einer weiteren THAAD-Batterie abgeschlossen. Ob dort das von der Regierung der VAE gekaufte System stationiert werden soll oder ob es sich um eine weitere US-Einrichtung handelt, ist unklar.

 

UPDATE und Bestätigung:
Hier das offizielle Papier zur Meldung der Defense Security Cooperation Agency DSCA der USA. Zum Paket gehört auch ein nicht näher spezifiziertes Early Warning Radar (EWR).

Full House auf südeuropäischen Airbases

Nachdem die USA Drohnen, SpecOps-Flugzeuge und zusätzliche Tanker aus den USA ins Mittelmeer, bzw. nach Europa verlegt haben, wird offenbar der Platz auf den US-Airbases im Mittelmeerraum knapp. Flugzeuge, die aus Afghanistan auf dem Weg zurück in die USA sind, müssen nun offenbar ihre Flugrouten ändern. Die Naval Air Station Sigonella auf Sizilien, die normalerweise für Stopps auf den Heimweg angeflogen wird, ist voll. Auch eine NATO-E3-AWACS wurde bei der Landung auf Decimomannu, Sardinien, gesichtet. Ein Vorgang, der als „extrem selten“ bewertet wird.

Zu welchem Zweck  der Aufbau von Luft-Angriffs- und SpecOps-Fähigkeiten erfolgt, ist völlig unklar. Vermutet wird ein Schlag gegen islamistische Terroristen in Libyen und Mali. Es könnte jedoch auch um andere Ziele gehen.

Nebelkerze oder Kriegsgrund?

Der französische Außenminister Laurent Fabius hat im Gespräch mit Radio Europe-1 erklärt, der Iran werde gegen Ende des ersten Halbjahres 2013 genügend Zentrifugen haben „um in Richtung des Atomwaffen-Besitzes gehen zu können“. Dies, so erklärte er, „haben Experten unzweifelhaft festgestellt“. So nachzulesen bei „Uskowi on Iran“.

Die Erklärung lässt jedoch weiten Spielraum. Zentrifugen für den „Marsch zur Atombombe“ hat Iran jetzt schon genug. Entscheidend ist die Konfiguration, die Anordnung der Zentrifugen. Um 90prozentiges oder noch besser 93prozentiges 235U zu erhalten, müssen die bestehenden Anlagen umkonfiguriert werden. Dies ist leicht nachweisbar, zumal auch die Größe der Behältnisse für das „Produkt“,  also das angereicherte 235U, drastisch verkleinert werden müssen, um unerwünschte Kritikalität zu verhindern. Sowohl die Behälter als auch die Zentrifugenanordnung sind charakteristisch.

Nur schwer nachweisbar wäre allerdings eine kleinere, speziell für die Hochanreicherung konzipierte Anlage, die tief verbunkert etwa auf der doppelten Flcähe einer Automechaniker-Werkstatt zu realisieren ist. Sie gäbe auch keine messbaren Emissionen in Form radioaktiver Edelgase oder anderer Spaltprodukte ab.

Warum also behauptet Fabius sinnloses Zeug? Es scheint, als seien auch die Franzosen nun mit den USA im Bunde, die den Druck auf Teheran ständig erhöhen wollen – solange, bis das Regime zusammenbricht oder die Welt vorbereitet ist auf den Erstschlag gegen Iran.

Haben wir etwas übersehen? – Vier Fragen zur iranischen Bombe

Derzeit verdichten sich die Anzeichen für einen US-amerikanischen Angriff auf Iran. Seit Monaten schon bringen die USA zu Lande, zu Wasser und in der Luft Kampfeinheiten gegen den Iran in Stellung. Zwar wird alles als“Routine“, „lange geplant“ und „nicht gegen Iran gerichtet“ etikettiert, und alles geschieht eher nebenbei, unauffällig, ohne großes Tamtam. Allein, es geschehen innerhalb dieser Stationierungs-Events Dinge, die so noch nicht geschehen sind. Und die Zusammensetzung der Angriffsformation ist eindeutig.

Sollte also wirklich ein Angriff gegen den Iran in den nächsten Wochen bevorstehen, dann stellt sich die Frage nach dem warum. Der Iran beteuert, nicht an einer Nuklearwaffe zu arbeiten. Auch die IAEA hat keine Anzeichen dafür entdecken können, obwohl es Ungereimtheiten gegeben hat. Nur Israel scheint immer hysterischer zu werden, während die USA, zumindest an der Oberfläche, gelassen scheinen.

Nach Ansicht von Fachleuten aus dem Dunstkreis der Bombe gibt es allerdings trotz fehlender Indizien für den Bau einer Nuklearwaffe in Iran eine Restunsicherheit. Diese kann in vier Fragen erfasst werden, deren Beantwortung sehr viel klarstellen könnte.

1. Enthalten die Bestrahlungsabteilungen des Druckwasserreaktors von Buschehr Wismut? Eine Antwort auf diese Frage hat die iranische Regierung der IAEA verweigert. Bei der Bestrahlung von Wismut  ensteht Polonium 210, das zusammen mit Beryllium als Neutronen-Initiator bei der Zündung einer einfachen Uran- oder Plutonium-Bombe unverzichtbar ist. Jedenfalls dann, wenn man nicht – wie alle fortgeschrittenen Atommächte – Beschleuniger einbaut, die im richtigen Moment einen Neutronenschauer produzieren. Polonium hat eine Halbwertszeit von 138 Tagen. Das bedeutet, wenn man stets frisches 210Po für eine Nuklearwaffe parat haben möchte, muss man es beständig produzieren.

2. Besitzt, importiert oder bestellt der Iran „Polonium-Kämme“? Mit 210Po dotierte Kämme werden heute verbreitet bei Hochleistungsdruckmaschinen im Zeitungswesen eingesetzt. Die nur haarscharf über den Papierbahnen schwebenden Vorrichtungen dienen dazu, die statische Aufladung von Papier zu beseitigen, die notwendigerweise bei den hohen Papierlaufgeschwindigkeiten in modernen Zeitungsdruckereien entsteht. Aus diesen Kämmen ließe sich durchaus mit etwas Aufwand eine ausreichende Menge Polonium für einen Neutronen-Initiator gewinnen.

3. In Iran wurden im letzten Jahr zwei Americium-Quellen gestohlen. Wo sind sie? Die Vorfälle wurden nie aufgeklärt, die Quellen tauchten nie wieder auf. Americium 241 kann als Ersatz für Polonium 210 verwendet werden. Auch damit ist es möglich, einen Neutronen-Initiator zu bauen, wie beispielsweise Indien bei der  Zündung seiner ersten Bombe 1974 bewiesen hat. Das Americium dazu stammte übrigens aus Deutschland.

4. Hat Iran in den letzten Jahren Kalium-Gadolinium-Wolframat-Kristalle importiert? Weltweit sind nur zwei Unternehmen bekannt, die diese Kristalle, inzwischen kiloschwer, produzieren: eine Firma in Litauen und ein Unternehmen in Tomsk. Mithilfe dieser Kristalle ließe sich ein Raman-Konverter bauen, der die Wellenlänge eines CO2-Lasers so verändern könnte, dass damit die Laseranreicherung von Uran funktioniert. Dieses so genannte SILEX-Verfahren sorgt derzeit in den USA für heftige politische Diskussionen um die Frage, ob und wie dieses Verfahren unter Verschluss gehalten werden könnte. Mithilfe der Laseranreicherung ließe sich etwa auf der doppelten Fläche einer Autowerkstatt eine Anlage bauen, die die Anreicherung von 20prozentigem 235U in waffenfähiges 90prozentiges 235U leicht vollzieht und dabei nicht einmal einen Starkstromanschluss braucht.